Steuern bei digitalen Währungen

Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen aus rechtlicher Sicht

SteuererfassungViele Anleger stellen sich die Frage, wie der Handel mit Kryptowährungen wie Ether, Bitcoin, Cardano oder Ripple versteuert wird. Wie sieht es mit einer Besteuerung eines Spekulationsgewinns aus Geschäften aus?

Kryptowährungen gelten als Rechnungseinheiten

Gemäß 1 Abs. 11 S. KGW wurden Kryptowährungen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsichten eingestuft. Sie gehören nicht zu den gesetzlichen Zahlungsmitteln. Vielmehr werden im Hinblick auf die Steuern als privates Geld angesehen.

Aus diesem Grund wird der Handel mit Kryptowährungen als privates Veräußerungsgeschäft oder als Spekulationsgeschäft nach dem Einkommenssteuergesetz §23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 eingestuft.

Wenn durch den Handel mit Ripple oder Bitcoins ein Veräußerungsgewinn erzielt wird, ist dieser in vielen Fällen steuerpflichtig. Wichtig ist beim Handel das Datum des Erwerbs der jeweiligen Kryptowährung.

Kryptowährung sollte ein Jahr behalten werden

Wenn der Kauf einer Kryptowährung länger als ein Jahr her ist, ist der Veräußerungsgewinn steuerfrei. In der Zwischenzeit muss man dann, zum Beispiel seine erworbenen Ether, in einem Ethereum Wallet ablegen und speichern. Hierbei gibt es aber einige Ausnahmen zu beachten. Sollten durch den Verkauf der Währung ein Zinsertrag erzielt werden, muss eine Abgeltungssteuer für die Erträge entrichtet werden.

Zusätzlich verlängert sich automatisch die Spekulationsfrist. Sie wird von einem auf zehn Jahre hochgestuft. In diesem Fall dient das Wirtschaftsgut als Einkunftsquelle. Wenn die Kryptowährung dagegen innerhalb eines Jahres veräußert wird, ist die Einnahme steuerpflichtig.

Nach dem §23 EStG wird eine entsprechende Gesetzesgrundlage. Wenn die Freigrenze von 600 Euro überschritten wurde, ist eine Versteuerung der Gewinneinnahmen mit einem persönlichen Steuersatz fällig.

Liegt der Gewinn unter dieser Freigrenze, fallen keine Steuern bei einem Verkauf an. Gewinne, die über dieser Grenze liegen müssen dagegen immer vollständig versteuert werden.

Wie werden Miningbeträge versteuert?

Immer mehr Menschen nutzen im Internet die Chance eines Bitcoin Minings. Bei einer Besteuerung muss beachtet werden, dass unterschieden wird, ob es sich beim Mining um ein privates Hobby oder vielmehr um ein gewerbliches Geschäft handelt. Das Mining beinhaltet das Schürfen von Bitcoins bei einem Miningpool.

Hierfür stellt er seine Rechnerleistung zur Verfügung. Viele Transaktionen werden in einem Block aufgezeichnet und in eine Blockchain transferiert. Bis jetzt greift die Steuer beim Mining bei einer Haltefrist von einem Jahr nicht. Damit das Mining für ein privates Veräußerungsgeschäft gehalten werden kann, muss die Anschaffung des später verkauften Wirtschaftsgutes erfolgen. Bei einem Mining findet keine derartige Anschaffung statt.

Wenn Kryptowährungen durch eine gewerbliche Tätigkeit angeschafft werden und die Absicht besteht, diese gewinnbringend zu veräußern, sind die Gewinne aus dem Verkauf oder durch einen Tausch im Rahmen der Gewerbebetrieb Einkünfte zu erfassen.

Alle Kosten für das Mining von Kryptowährungen können als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Wenn durch die Erzeugung von Bitcoins ein gewerbliche Einkommen erzielt wird, muss der Gewinn nach §15 EStG versteuert werden.

Anschaffung zu verschiedenen Kursen

Immer dann, wenn ein Veräußerungsgeschäft während einer einjährigen Haltefrist abgewickelt wurde, zählt die Freigrenze von 600 Euro. Diese Freigrenze gilt für alle privaten Veräußerungsgeschäfte eines Jahres.

Berechnung der HöheEs bezieht sich also nicht nur rein auf die Bitcoin Abwicklungen. Der Veräußerungsgewinn wird durch die Differenz de erzielten Veräusserungspreises und den angefallenen Werbungs- und Anschaffungskosten ermittelt. Als Kaufpreis zählt der Preis der erworbenen Bitcoins oder alle Kosten, die beim Bitcoin Mining entstanden sind. Verluste werden gegengerechnet.

Zusätzlich ist es möglich, die Verluste zurück oder in künftige Jahre zu übernehmen. Dadurch können sie aus privaten Veräußerungsgeschäften gegengerechnet werden. Häufig stellt sich das Problem bei der Ermittlung der Anschaffungskosten, dass die Bitcoins zu unterschiedlichen Kursen und Zeiten gekauft wurden. Die First-in-first-out Methode (Fifo Methode) ist dann besonders gut geeignet, um die Kosten zuverlässig zu bestimmen.

Durch die Methode wird allen Anlegern bzw. Käufern von Bitcoins, Ether oder Cardano Coins aber auch unterstellt, dass sie die Coins, die zuerst geschürft oder angeschafft wurden, die sind, die als erstes im Rahmen eines privaten Veräußerungsgeschäfts verwendet wurden. Das ist nur dann nicht der Fall, wenn klar belegt werden kann, dass sich die einzelnen An- und Verkäufe klar voneinander abgrenzen lassen.

Bei den bekannten Coins wie Bitcoin sind inzwischen auch Systeme eingesetzt, die funktionieren. Auch der Wissensstand ist dort schon verbreitet. Wenn man sich allerdings für den Kauf von kleineren Coins, wie den Erwerb von Cardano, entscheidet, herrscht zwar die gleichevoffizielle Besteuerung, allerdings nicht der gleiche Wissensstand bei Steuerberatern, so dass dies auch im Vorfeld eines Kaufs abgeklärt werden sollte.

Eine Bitcoin Besteuerung nach dem Einkommensteuersatz

Durch die Abgeltungssteuer ist die Fifo Methode nicht mehr klar gesetzlich geregelt. Umso wichtiger ist es für jeden Anleger, dass alle Bitcoin Geschäfte sorgfältig dokumentiert werden.

Somit sind sie auf der sicheren Seite und können bei Bedarf dem Finanzamt alle Nachweise über die bisherigen Transaktionen liefern. Gewöhnlich wird beim Steuersatz immer der individuelle Einkommenssteuersatz verwendet. Insoweit hat die Abgeltungssteuer überhaupt keine Bedeutung.

Die Gewinne müssen in der Steuererklärung in der Anlage SO eingetragen werden. Wenn der Anleger viele Geschäfte innerhalb einer Jahresfrist abgewickelt hat, kann es passieren, dass das Finanzamt diese Geschäfte als gewerbliche Tätigkeit ansieht. Dadurch greift nicht mehr die Jahresfrist nach §23 EStG.

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